Baubericht Heller SAAB J. 21 im Maßstab 1:72

von Dr. Michael Brodhaecker

Zur Geschichte des Vorbildes:
Die Saab J.21 entstand 1941 in den Entwicklungsbüros von Saab unter der Leitung von Frid Wänström. Sie stellte den Versuch dar, einen schwedischen Hochleistungsjäger zu produzieren, der dazu in der Lage sein sollte, den Jagdflugzeugen der kriegführenden Mächte Paroli zu bieten. Ausgestattet mit einem Daimler-Benz Motor sollte die auf den ertsten Blick ungewöhnlich anmutende Konzeption eines Flugzeuges mit Druckpropeller und Dreibeinfahrwerk den Piloten einige Vorteile bieten: Gute Sicht nach vorne bei Start und Landung sowie die Konzentration der Waffen im Bug des Flugzeuges mit daraus resultierender verheerender Waffenwirkung…allerdings wurde der Vorschlag zunächst nicht ernst genommen und erst im Dezember des gleichen Jahres wurde Saab mit der Produktion von Vorserienmodellen beauftragt. Ausgehend von der Druckpropeller-Auslegung war ein Schleudersitz für den Piloten unabdingbar. Im Juli 1943 erfolgte der Erstflug des Prototypen - die ersten Serienmaschinen wurden allerdings erst 1945 ausgeliefert. Angeblich war die Verspätung darin begründet, dass der vorgesehene Daimler-Benz DB 605 von der deutschen Luftwaffe nicht freigegeben wurde und erst nach der Kapitulation nach Schweden geliefert werden konnte…
Insgesamt wurden 298 Saab 21 für die schwedische Luftwaffe gebaut, die diesen ungewöhnlichen Jäger in den Jahren 1946 und 1954 einsetzte. Da die Maschine jedoch die in sie gesetzten Erwartungen als Jagdflugzeug nicht erfüllte, andererseits jedoch eine hervorragende Waffenplattform darstellte, entschied sich die Luftwaffenführung dazu, die J.21 zur J.21A-3 umzurüsten. So wurde aus einem "Jagdflugzeug" ein "Angriffsflugzeug".
Ein letzter Umbau machte dann durch den Einbau eines deHavilland "Goblin" Jettriebwerkes aus dem Kolbenmotorjäger in Form der Saab J.21R einen Düsenjäger!

Der Bausatz ist schon älteren Datums und mittlerweile nur schwer zu bekommen (siehe Bezugsquellen). Er präsentiert sich in einer ansprechend gemachten und recht stabilen zweiteiligen Kartonage: da kann nix knicken und die Bausätze sind während des Baus hervorragend aufbewahrt, ohne dass etwas verschwinden kann!
Die Spritzlinge sind gratfrei, mit allerdings (zeitbedingten) erhabenen Gravuren. Der Abziehbilderbogen erlaubt die Darstellung zweier schwedischer Maschinen – was auch sonst bei einem Vorbild, das nur im Land der Elche flog!



Der Zusammenbau gestaltet sich, nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Passgenauigkeit der Teile, recht einfach und bedarf keiner großen Erläuterungen: keine unliebsamen Überraschungen durch nicht passende Teile! Einzig die nicht vorhandene Detaillierung der Fahrwerkschächte gibt Anlass zu Kritik – das ist heute nicht mehr zeitgemäß! Allerdings hat der Bausatz ja schon etliche Jährchen "auf dem Buckel" und so sei Heller dies nachgesehen.

Die Lackierung des Modells ist einfach: Eine dunkelgrüner Oberseite und eine graue Unterseite; der Spinner des Propellers mit einer weißen Spirale auf rotem Grund versehen und "fertig ist die Laube"! Nach dem Durchtrocknen der Farben wird das Modell dann mit Glanzlack oder, in meinem Fall mit "Future" lackiert. Danach kommen dann die Abziehbilder auf die glänzende Oberfläche – damit wird das gefürchtete "Silvering", also das Durchscheinen des Trägerfilms der Abziehbilder, verhindert. Beachtenswert auch die Geschmeidigkeit der immerhin schon recht alten Originalabziehbilder: OHNE Weichmacher, nur auf die glänzende Oberfläche angebracht, schmiegten sich die Abziehbilder den erhabenen Konturen an und sehen tatsächlich wie auflackiert aus.
Meinen Respekt, Monsieur Heller!



Fazit: Ein schönes Modell dieses Exoten, das sich noch dazu leicht bauen lässt. Empfehlenswert!

Bezugsquellen: Vielleicht das Internet-Auktionshaus mit dem großen "E"; auf alle Fälle (noch) zu beziehen bei ClassicPlane Rhein Ruhr in Essen (classic-plane-mrr.de) : Einfach bei Herrn Schorsch anrufen und nach der Saab fragen – und mit viel Glück klingelt der Postbote einige Tage später…